ASB Nordhessen stattet Sozialstationen mit selbstgenähten Masken aus

Fleißige Näherinnen machen sich in Heiligenstadt ans Werk

Infektionsschutzausrüstungen sind in diesen Zeiten rar. Vor allem an Mundschutz mangelt es, um sich vor einer Infektion mit Corona zu schützen. Auch der ASB Regionalverband Kassel-Nordhessen bekommt das zu spüren.

Die Lieferzeiten für bestellte Produkte sind länger geworden. Um Engpässe zu vermeiden, stattet der ASB Nordhessen seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Sozialstationen, die in der ambulanten Pflege tätig sind, mit selbstgenähten Masken aus.

Stoffmasken werden in Heimarbeit hergestellt
Die Idee dazu entstand bereits im Februar nach den ersten Meldungen von Corona-Fällen in China. „Wir haben uns Gedanken gemacht, ob wir jemanden kennen, der diese selbst herstellen kann“, erzählt Bernd Roddewig, Leiter des ASB-Rettungsdienstes. In seiner Heimat Heiligenstadt wurde er schließlich fündig. In der Stadt im Eichsfeld waren einst Textilfabriken angesiedelt – und somit sind dort noch immer gelernte Näherinnen samt Industrienähmaschinen zuhause. Bernd Roddewig stellte den Kontakt zu Brigitte und Wolfgang Wagner her – sie näht, er koordiniert. „Die beiden haben telefoniert und weitere Frauen, alle im Ruhestand gefunden, die mitmachen“, berichtet er.  Nachdem ein Muster für die Masken organisiert war, konnte das Projekt im März starten. Mittlerweile sind neun Näherinnen ehrenamtlich am Werk und haben bisher rund 950 Masken genäht: „Alle arbeiten bei sich zuhause, Herr Wagner bringt die Stoffe vorbei und verteilt die Masken“.

Lösung, um Mitarbeiter und Patienten zu schützen
Einen Teil des Stoffs hat Ikea gespendet, weitere Stoffe wurden gekauft. „Die Masken sind ausschließlich für unseren Eigenbedarf“, sagt Michael Görner, Geschäftsführer des ASB Regionalverbands. Davon profitieren die rund 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der drei Sozialstationen des ASB in der Stadt Kassel sowie in Immenhausen und Bad Emstal/Habichtswald im Landkreis Kassel. Sie betreuen in der ambulanten Pflege rund 540 Patientinnen und Patienten. Die getragenen Masken werden jeden Tag in der Wäscherei gereinigt. „Sie sind eine Lösung, um unsere Mitarbeiter und alle Patienten vor einer Corona-Infektion zu schützen und damit auch Leben zu retten. Am Markt ist derzeit nichts zu bekommen“, sagt Bernd Roddewig. Gerade die Patienten der Altenhilfe zählen zu den Risikogruppen für Covid19 – und die gilt es besonders zu schützen. Wann sich die Situation wieder entspannen wird, ist nicht klar.

Masken auf Wunsch für alle Mitarbeiter
Doch nicht nur die Teams der Sozialstationen erhalten die Masken, sondern jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter des ASB Regionalverbands. „Auf Wunsch kann jedem eine Maske zur Verfügung gestellt“, betont Michael Görner.